Informationen für pflegebedürftige Versicherte

Beratungseinsätze ausgesetzt

Pflegegeldempfänger sind von der Pflicht befreit einen häuslichen Beratungsbesuch durchführen lassen zu müssen. Dies gilt vom 01.01.2020 bis 30.09.2020.

Dadurch wird das Infektionsrisiko für Sie und Ihre Angehörigen minimiert und die Beratungspersonen können in der pflegerischen Versorgung eingesetzt werden.

Pflegegeldkürzungen haben Sie nicht zu befürchten.

Pflegebegutachtungen per Telefoninterview

Erstanträge und Höherstufungsanträge auf einen Pflegegrad werden weiterhin begutachtet. Um das Infektionsrisiko zu minimieren erfolgt die Begutachtung nicht durch einen persönlichen Hausbesuch, sondern im Rahmen eines Telefoninterviews.

Der Medizinische Dienst wird Ihnen zur Vorbereitung auf das Telefonat einen Fragebogen zusenden. Anschließend sendet der Medizinische Dienst uns das Pflegegutachten und wir informieren Sie über den ermittelten Pflegegrad.

Zum Verbrauch bestimmte Pflegehilfsmittel

Der monatliche Zuschuss für zum Verbrauch bestimmte Pflegehilfsmittel wird vom 01.04.2020 für die Fortdauer der epidemischen Lage, zunächst bis zum 30.09.2020 von 40 Euro auf 60 Euro erhöht.

Den höheren Anspruch werden wir bei der Rechnungsbearbeitung beachten. 

Kurzzeitpflege in Reha-Einrichtungen

Aufgrund der aktuellen Pandemie kann es zu Engpässen bei Kurzzeitpflegeplätzen kommen. Einige Rehabilitationseinrichtungen stellen daher Plätze für Kurzzeitpflege zur Verfügung. Für die Zeit vom 28.03.2020 bis zum 30.09.2020 bezuschussen wir solche Aufenthalte für pflegebedürftige Versicherte ab Pflegegrad 2 mit bis zu 2.418 Euro.

Entlastungsleistung aus 2019 bis 30.09.2020 übertragbar

Pflegebedürftige Versicherte aller Pflegegrade, die sich in häuslicher Pflege befinden, können die im Kalenderjahr 2019 nicht verbrauchten Beträge der Entlastungsleistung bis zum 30.09.2020 in Anspruch nehmen.

Entlastungsleistung im Pflegegrad 1 - Ausweitung der nutzbaren Angebote

Pflegebedürftige Versicherte im Pflegegrad 1, die sich in häuslicher Pflege befinden, können den Entlastungsbetrag in Höhe von 125 Euro monatlich auch für Hilfen außerhalb der landrechtlichen Regelungen nutzen, beispielsweise für haushaltsnahe Dienstleistungen. Dies gilt zeitlich befristet bist zum 30.09.2020.

Unterstützung für Angehörige

Beschäftigte können bis zu 20 Arbeitstage der Arbeit fernbleiben, sofern dies erforderlich ist, um für einen pflegebedürftigen nahen Angehörigen eine bedarfsgerechte Pflege zu organisieren oder die pflegerische Versorgung in dieser Zeit sicherzustellen. Der Anspruch auf Pflegeunterstützungsgeld wird dementsprechend auch auf bis zu 20 Tage ausgedehnt. Dies gilt zeitlich befristet bis zum 30.09.2020.

Zudem werden Flexibilisierungen im Pflegezeitgesetz und Familienpflegezeitgesetz vorgenommen, sofern eine längere teilweise oder vollständige Freistellung von der Arbeit erforderlich ist.