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Mammographie-Screening: Brustkrebs früh erkennen

Seit 2008 steht das Mammographie-Screening in allen Bundesländern zur Verfügung. Mit dieser Reihenuntersuchung wird es leichter, Brustkrebs im Frühstadium zu erkennen. Denn im Frühstadium ist meist eine schonende Behandlung und vollständige Heilung möglich. Selbstverständlich gehört das Mammographie-Screening zu den HEK-Leistungen.

Brustkrebs ist die häufigste Krebskrankheit bei Frauen. Wenn die Erkrankung rechtzeitig erkannt wird, ist sie jedoch meist heilbar. Außerdem erlaubt eine frühe Diagnose eine schonende und in der Regel brusterhaltende Behandlung. Vor allem für Frauen zwischen 50 und 69 Jahren ist die Wahrscheinlichkeit am größten, an Brustkrebs zu erkranken. Deswegen wird insbesondere für Frauen dieser Altersgruppe derzeit ein bundesweites Mammographie-Screening-Netzwerk aufgebaut.

Eine Mammographie ist eine Röntgenaufnahme der Brust, mit Hilfe derer man Tumore entdecken kann, auch wenn sie noch sehr klein und noch nicht tastbar sind. Screening bedeutet so viel wie Reihenuntersuchung: Alle Frauen im entsprechenden Alter erhalten alle zwei Jahre die Gelegenheit für eine ausführliche Untersuchung der Brust - zusätzlich zur jährlichen Krebsvorsorge.

Das Mammographie-Screening findet in spezialisierten Zentren mit extra geschulten Mitarbeitern statt. Das macht Sinn, denn wissenschaftliche Studien belegen: Begutachtet ein Arzt Röntgenaufnahmen von mindestens 5.000 Frauen pro Jahr, erhöht sich die Genauigkeit der Befunde erheblich. Um das Verfahren zu vereinfachen, organisieren zentrale Stellen in den Bundesländern das Screening. Diese Stellen verschicken auch die Einladungen zu den Terminen.

Mammographie: einfache und schnelle Untersuchung
Die Durchführung der Röntgenaufnahme selbst dauert nur wenige Minuten. Damit die Bilder so aussagekräftig wie möglich werden und die Belastung durch Röntgenstrahlen gering bleibt, wird die Brust zwischen zwei Plexiglasplatten gelegt. Von jeder Brust sind zwei Aufnahmen erforderlich - einmal von oben nach unten und einmal schräg von der Mitte her zur Seite.

Doppelte Gewissheit durch Vier-Augen-Prinzip
Die Aufnahmen werden immer von zwei erfahrenen und geschulten Ärzten unabhängig voneinander begutachtet. Weichen die Befunde der Ärzte voneinander ab, wird ein dritter Spezialist hinzugezogen. Dieses Vier- oder Sechs-Augen-Prinzip erhöht die Genauigkeit, bringt es aber mit sich, dass Sie das Ergebnis nicht sofort, sondern erst nach etwa sieben Tagen erhalten.

Bei etwa 95 Prozent der Untersuchungen ergibt sich keinerlei Hinweis auf Brustkrebs. Manchmal ist das Ergebnis jedoch nicht eindeutig, so dass weiterführende Tests nötig werden. In diesem Fall werden die Frauen erneut zur Untersuchung eingeladen. Dann wird die Ärztin bzw. der Arzt Ihre Brust abtasten und möglicherweise zusätzlich eine Ultraschalluntersuchung durchführen oder eine Röntgenaufnahme mit Vergrößerung anfertigen. Anschließend können die Ärzte in den meisten Fällen Entwarnung geben und einen bösartigen Tumor mit hoher Wahrscheinlichkeit ausschließen. Nur wenn zu diesem Zeitpunkt noch keine Klarheit besteht, nehmen die Ärzte eine Gewebeprobe, die in einem Speziallabor untersucht wird.

Entscheidender Vorteil gegen den Krebs
Das Mammographie-Screening in den spezialisierten Zentren ist außerordentlich sinnvoll. Dort steht gebündeltes Know-How zur Verfügung, so dass Tumore im Frühstadium erkannt und behandelt werden können. Selbst wenn die Diagnose Brustkrebs lauten sollte, ist es so in vielen Fällen möglich, brusterhaltend zu operieren. Das erhöht nicht nur die Lebenserwartung, sondern auch die Lebensqualität. Deswegen erhalten zukünftig Frauen in Deutschland im Alter von 50 bis 69 alle zwei Jahre eine Einladung zum Mammographie-Screening. Für die Teilnahme ist keine Praxisgebühr zu zahlen.

Ausführliche Informationen zum Mammographie-Screening finden Sie auf der Internetseite www.mammo-programm.de.