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Sicherer Umgang mit Arzneimitteln

Vor oder nach dem Essen und mehrmals täglich nach einem bestimmten Rhythmus: Die meisten Arzneimittel muss man nach detaillierten Anweisungen einnehmen, damit die erwünschte Wirkung eintreten kann. Doch das ist nicht der einzige wichtige Punkt im Umgang mit Medikamenten. Lesen Sie, welche Fallstricke bei Arzneimitteln sonst noch drohen und wie Sie diese aus dem Weg räumen können.

Kennen Sie das? Sie waren eben wegen einer Erkrankung beim Arzt. Zur Therapie hat er Ihnen eine Kombination aus verschiedenen Arzneimitteln verordnet - mitsamt einer ausführlichen Erläuterung, was Sie wie häufig und wann einzunehmen haben. Doch wieder zu Hause sind Sie sich nicht mehr sicher, ob Sie von den Pillen dreimal täglich zwei oder zweimal täglich drei einnehmen sollen. Wer dann keine schriftliche Notiz vom Arzt oder Apotheker hat, riskiert möglicherweise, seine Medizin falsch zu dosieren.

Viele Fehler im Umgang mit Medikamenten möglich
Doch das ist nur einer von vielen möglichen Fehlern beim Umgang mit Arzneimitteln. Auch ein falsches Abmessen, eine ungeeignete Lagerung oder die falsche Einnahme können die Wirkungsweise verändern - und damit die Therapie gefährden oder gar unerwünschte Neben- bzw. Wechselwirkungen hervorrufen. Aus diesem Grund haben wir sieben Regeln zusammengestellt, mit denen Sie die gängigsten Risiken ausschalten können:

1. Einnahmeplan immer notieren (lassen)
Die meisten Ärzte notieren direkt auf dem Rezept, wie häufig und wann man das Medikament einnehmen soll. Bitten Sie den Arzt trotzdem, Ihnen den Einnahmeplan zusätzlich auf einem Zettel zu notieren. Denn der Apotheker wird das Rezept zur Abrechnung an die Kasse weiterleiten.

2. Nur mit Wasser einnehmen
Sofern nicht anders verordnet oder vom Arzt oder Apotheker als unbedenklich erklärt: Nehmen Sie Tabletten und dergleichen immer nur mit Wasser ein. Denn insbesondere Fruchtsäfte können die Wirkung von Medikamenten beeinflussen. So beschleunigt zum Beispiel Grapefruitsaft die Aufnahme von Bluthochdruck-Medikamenten erheblich, was zu lebensbedrohlichen Konzentrationen des Mittels im Blut führen kann. Bei anderen Arzneimitteln wiederum verzögert sich die Aufnahme. Ähnliche Effekte wurden auch bei Apfelsaft und Orangensaft beobachtet.

3. Keine normalen Löffel verwenden
Vor allem bei Säften besteht die Gefahr, dass man mit gewöhnlichen Haushaltslöffeln aufgrund des unterschiedlichen Füllvolumens bei der Dosierung schnell daneben liegen kann. Verwenden Sie daher ausschließlich spezielle Messlöffel oder -becher, die Sie zum Beispiel in der Apotheke bekommen.

4. Tabletten nicht einfach so teilen
Manche Tabletten stehen nicht in der gewünschten Wirkstoffkonzentration zur Verfügung. Tabletten teilen erscheint daher manchen Menschen als praktische Lösung. Filmtabletten dürfen Sie jedoch in keinem Fall teilen. Denn dann ist der Film beschädigt, der die Wirkstoffe vor der aggressiven Magensäure schützt.
Auch bei anderen Tabletten sollten Sie immer mit Ihrem Arzt oder Apotheker klären, ob eine Teilung sinnvoll und möglich ist. Dabei gilt: Nie mit bloßen Händen oder einem Messer teilen, wenn die Tabletten keine spezielle Bruchkerbe haben. Denn dabei entstehen meist zwei unterschiedlich große Hälften, die unterschiedlich große Mengen des Wirkstoffs enthalten. Verwenden Sie zum Teilen immer einen richtigen Tablettenteiler. Tablettenteiler erhalten Sie für wenige Euro in jeder Apotheke.

5. Haltbarkeitsdatum beachten
Von abgelaufenen Arzneimitteln geht ein erhebliches Risiko aus: Möglicherweise sind sie wirkungslos geworden, was bei einem Notfall gefährlich werden kann. Oder die Wirkungsweise hat sich verändert. Auch das kann erhebliche Folgen haben. Werfen Sie daher immer einen Blick auf das Haltbarkeitsdatum, insbesondere wenn die Arznei schon längere Zeit bei Ihnen lagert. Beachten Sie ebenfalls, dass sich die Haltbarkeitsdauer nach Anbruch eines Arzneimittels deutlich veringern kann (insbesondere bei Säften, Tropfen und Salben).

6. Richtige Entsorgung
Welche Medikamente wie entsorgt werden müssen, das kann im Zweifelsfall nur der Apotheker entscheiden. Zwar sind manche Substanzen nicht gefährlich für den Hausmüll. Andere jedoch gehören in den Sondermüll! In keinem Fall dürfen Sie Arzneimittel einfach in der Toilette herunterspülen. Dabei können schädliche Substanzen ins Grundwasser und damit in unser Trinkwasser gelangen.

7. Sicher lagern (Hausapotheke)
Arzneimittel müssen grundsätzlich trocken, kühl, schattig und vor Kindern sicher gelagert werden. Ideal sind dafür spezielle abschließbare Hausapothekenschränke, die man zum Beispiel im Flur oder im Schlafzimmer in Erwachsenenhöhe an der Wand befestigt. Wichtig: Badezimmer und Küche sind ungeeignet. Dort ist es viel zu feucht. Spezielle Medikamente wiederum gehören in den Kühlschrank. Räumen Sie dafür ein eigenes Fach frei und bewahren Sie die Mittel immer in der ganzen Verpackung auf, damit man sie sofort als Medizin erkennt.