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Zahnhälse schonen

Dass wir die Zähne täglich gründlich putzen, ist selbstverständlich. Viele verstehen darunter jedoch „möglichst kräftig schrubben“. Lesen Sie, wie Sie die richtige Putztechnik anwenden und damit Zahnschmerzen verhindern können.

Der Zahn ist durch den widerstandsfähigen Zahnschmelz geschützt. Die Reize, die eisige Luft, heißer Tee, Süßigkeiten und auch säurehaltige Lebensmittel auslösen können, prallen am Schmelz ab. Er schützt den Zahn  nicht nur vor mechanischen Schäden, sondern auch vor Temperaturunterschieden und säurehaltigen Lebensmitteln. 

Empfindliche Zahnhälse: Zahnschmerzen ohne Karies
Doch gerade Kälte, Hitze, Süßes und Saures lösen bei manchen Menschen immer wieder plötzliche Zahnschmerzen aus – und das, obwohl der Zahn gar nicht an Karies erkrankt ist. Grund dafür ist dann häufig ein freiliegender Zahnhals. Denn im Gegensatz zur sichtbar im Mund liegenden Zahnkrone ist der Zahnhals nicht durch den Schmelz geschützt.

Das empfindliche Dentin liegt dann quasi blank – mit zum Teil sehr unangenehmen Effekten: Denn das Dentin ist an dieser Stelle von tausenden winziger Kanälchen durchzogen, die von der Oberfläche bis ins Zahnmark reichen. Diese Dentinkanälchen übermitteln chemische und thermische Reize an den Zahnnerv und lösen so Überempfindlichkeiten oder Schmerzen aus.

Zu freiliegenden Zahnhälsen kommt es, wenn sich das Zahnfleisch zurückzieht. Neben ernsthaften Erkrankungen wie Parodontitis ist dafür immer wieder auch falsches Zähneputzen verantwortlich:

  • Die Wahl der richtigen Zahnbürste ist entscheidend
    Die „Härte“ der Borsten der Zahnbürste wird üblicherweise in die drei Kategorien sensitiv oder medium, mittel bzw. normal und hart eingeteilt. Bei einer gesunden Mundflora wird in der Regel eine Bürste mit normaler Härte empfohlen. Doch bei freiliegenden Zahnhälsen kann eine Bürste mit normaler Härte schon schmerzliches Zahnfleischbluten verursachen. Greifen Sie also im Zweifelsfall eher zu weicheren Borsten.
    Zwar entfernen laut einer Studie der Universität Witten/Herdecke harte Bürsten den
    Zahnbelag am effektivsten. In der selben Studie zeigte sich jedoch auch, dass es bei Verwendung einer harten Bürste deutlich häufiger zu Schäden am Zahnfleisch kommt.  Und diese Schäden sind schlimmer als ein bisschen Restbelag. Besprechen Sie daher im Zweifelsfall mit Ihrem Zahnarzt, zu welcher Bürstenhärte Sie greifen sollten.
     
  • Der richtige Druck  
    Gehen Sie beim Zähneputzen nicht zu kräftig vor. Achten Sie darauf, dass die Borsten Ihrer Zahnbürste beim Putzen nur leicht gebogen sind.
    Auch eine schnelle Abnutzung der Zahnbürste kann ein Indiz dafür sein, dass Sie zu großen Druck beim Putzen ausüben. Allerdings ist es völlig normal, dass die Bürste nach rund acht Wochen „verbraucht“ ist. Spätestens nach diesem Zeitraum sollten Sie ohnehin die Bürste wechseln.
    Tipp: Testen Sie Ihren Zahnbürsten-Druck mit einer Briefwaage. Drücken Sie die Bürste auf die Waage. Für optimalen Druck sollte die Waage etwa 200 Gramm anzeigen.
     
  • Richtige Putztechnik Grundsätzlich sollten Sie nach der KAI-Methode vorgehen: Putzen Sie die Kauflächen, dann die Außenflächen und dann die Innenflächen.
    Richtig schrubben dürfen Sie dabei nur die Kauflächen der Backenzähne!Bei den anderen Flächen ist das Risiko zu groß, dass Sie beim Schrubben das Zahnfleisch quasi hin- und herschieben und somit verletzen.
    Experten empfehlen: Legen Sie die Zahnbürste in einem Winkel von 45 Grad an einen bestimmten Zahn an – und zwar an den Rand des          Zahnfleischs. Beim  Putzen sollten Sie jedoch nicht schrubben, sondern rütteln: Vibrieren Sie mit der Hand und bewegen Sie die Bürste leicht auf der Stelle. Führen Sie zum Abschluss die Bürste mit einer wischenden Bewegung vom Zahnfleisch weg   in Richtung Kaufläche.
    Übrigens: Bei richtiger Anwendung einer elektrischen Zahnbürste fällt die Zahnreinigung meist schonender aus. Denn das Gerät gibt die Putztechnik vor: In der Regel vibriert der Bürstenkopf und entfernt dabei den Zahnbelag. Schädliches Schrubben wie beim Putzen mit der Hand ist faktisch nicht möglich.
     
  • Vorsorge
    Verwenden Sie einmal wöchentlich Fluoridgel zur Stärkung des Zahnschmelzes

Selbstverständlich ist es am besten, wenn sich erst gar keine offenen bzw. empfindlichen Zahnhälse bilden. Deswegen sollte jeder beim Zähneputzen auf eine schonende Putztechnik und eine nicht zu harte Bürste achten.