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Ist ihre Funktion gestört, führt das u.a. zu Stoffwechselstörungen. Mit einer jodhaltigen Ernährung kann man Schilddrüsenproblemen jedoch meist vorbeugen.
Die Schilddrüse produziert wichtige Hormone. Diese Hormone erfüllen gleich mehrere wichtige Funktionen. Sie haben starken Einfluss auf die Nervenzellen, die Gehirntätigkeit aber auch auf Wachstumsprozesse und den Stoffwechsel. So bewirken die Hormone zum Beispiel, dass der Körper Nahrung zügig und gut verwertet.
Ist der Schilddrüsenhormonspiegel jedoch zu hoch, vollzieht sich der Stoffwechsel zu schnell. Die Energie aus der Nahrung "verpufft" regelrecht im Körper. Es kommt zu Nervosität, Herzklopfen, Leistungsabfällen und Gewichtsabnahme. Innere Organe wie Niere, Leber, der Magen-Darm-Trakt sowie Herz und Kreislauf werden überlastet. Ist der Hormonspiegel wiederum zu niedrig, führt das zu erhöhter Kälteempfindlichkeit, Konzentrationsschwächen, Antriebslosigkeit bis hin zu Depressionen sowie einem matten Erscheinungsbild. Denn die Schilddrüsenhormone steuern auch die Haut, die Nägel und die Haare. Auch Verstopfung ist ein typisches Symptom: Die Verdauung arbeitet zu langsam.
Jod: wichtigster Bestandteil der Schilddrüsenhormone
Gerät die Schilddrüse aus dem Tritt, wirkt sich das zwangsläufig auf den gesamten Organismus aus. Und das geschieht vor allem dann, wenn wir zu wenig Jod zu uns nehmen. Denn die wesentliche Aufgabe des kleinen Organs im Hals ist es, das Spurenelement Jod in Hormone umzuwandeln, diese Hormone zu speichern und konstant abzugeben. Dieser Vorgang ist für den Körper sogar so wichtig, dass in einem Zeitraum von anderthalb Stunden das gesamte Blut des Körpers einmal durch die Drüse fließt. Damit ist das Organ bis zu fünfmal stärker durchblutet als die Nieren und bis zu hundertmal stärker als die Muskeln in Armen und Beinen!
Allerdings ist es in Deutschland alles andere als eine Selbstverständlichkeit, über die Nahrung ausreichend Jod zu sich zu nehmen. Denn unser Land ist Jodmangelgebiet. Das liegt in der Erdgeschichte begründet: Während der Eiszeiten legte sich eine Eisschicht über die Böden. Und jedes mal, als das Eis schmolz, löste das Wasser Jod aus dem Erdreich heraus und beförderte das Spurenelement in die Meere.
Den Jodmangel bekämpfen
Lebensmittel aus heimischer Landwirtschaft sind daher von Natur aus sehr jodarm. Doch der Körper eines Erwachsenen braucht pro Tag etwa 200 Mikrogramm des Spurenelements - bei Schwangern sowie während der Hormonumstellung der Pubertät oder der Menopause sind es sogar bis zu 260 Mikrogramm. Um diese Menge mit der Nahrung aufzunehmen, gibt es in Deutschland nur zwei Möglichkeiten: entweder man isst mindestens zweimal wöchentlich Seefisch. Oder man verwendet konsequent Meersalz, das ohnehin einen höheren Jodanteil hat, oder jodiertes Speisesalz.
Fehlt das Jod in der Nahrung, wächst die Schilddrüse. Denn mehr Schilddrüsenzellen können das wenige vorhandene Jod besser aus dem Blut herausfiltern und in Hormone umwandeln. Dieses Wachstum ist jedoch ein Problem: Es bildet sich ein Kropf. Die Folge sind Schluckbeschwerden, ein Druck-, Enge- und Kloßgefühl im Hals. Außerdem droht bei körperlicher Anstrengung Atemnot. Tatsächlich ist der Kropf hierzulande alles andere als Vergangenheit: Nach Angaben des Forums Schilddrüse e.V. haben auch heute noch 15 Millionen Menschen in Deutschland eine krankhaft vergrößerte Schilddrüse.
Vermeiden Sie daher Jodmangel durch eine entsprechende Ernährung. Allerdings gibt es auch Erkrankungen, bei denen zuviel Jod ungünstig oder schädlich sein kann. Wenn Sie regelmäßig über unspezifische Beschwerden wie Mattheit, Abgeschlagenheit oder Konzentrationsschwierigkeiten klagen und sich dies nicht erklären können: Achten Sie auf Ihre Schilddrüse. Denn genau solche unspezifischen Symptome können auf eine Fehlfunktion der Schilddrüse hindeuten. Sprechen Sie daher Ihren Arzt oder Ärztin an, wenn Sie Fragen haben oder unsicher sind.