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Bauch weg: jeder Zentimeter zählt

Den gesundheitsschädlichsten Fettdepots kommt man ganz einfach auf die Schliche: mit einem Maßband. Lesen Sie, in welchen Körperregionen Fettzellen besonders ungünstig sind – und was Sie dagegen tun können.

Bislang galt der Body-Mass-Index (BMI) als wichtigster Indikator für die Frage, wann jemand übergewichtig oder gar adipös ist. Der BMI berechnet dazu das Verhältnis von Gewicht und Körpergröße. Wissenschaftler der Ludwig-Maximiliams-Universität München konnten aber zeigen: Wie gefährlich das Fett ist, hängt nicht nur von der reinen Masse ab, sondern insbesondere von der Fettverteilung.

Demnach erhöht sich das Erkrankungsrisiko deutlich, wenn das Fett in der Nähe der Inneren Organe sitzt, also am oder im Bauch. Im Gegensatz dazu ist das Risiko bei Fettpölsterchen in den Schenkeln, an der Hüfte oder am Gesäß deutlich reduziert.

Neuer Gesundheitswert: WHtR
Die Forscher raten insbesondere dazu, nicht nur das Körpergewicht insgesamt, sondern das Bauchfett und damit den Bauchumfang im Blick zu behalten – und zwar mit Hilfe des Taille-zu-Höhe-Verhältnisses. Diesen Indikator, auf englisch „Waist to Height Ratio“ genannt, abgekürzt WHtR, kann man ganz einfach berechnen: Teilen Sie dazu Ihren Bauchumfang durch Ihre Körpergröße.  

Ein Beispiel: Ein Zwei-Meter-Mann mit einem Bauchumfang von einem Meter kommt auf einen WHtR von 0,5 (eins geteilt durch zwei). Bei einer 150 Zentimeter großen Frau mit einem Bauchumfang von 90 Zentimetern beträgt der WHtR 0,6.

Im Idealfall sollte der WHtR-Wert 0,5 nicht übersteigen. Kritisch wird es ab einem Wert von 0,7. Dann besteht ein deutlich erhöhtes Risiko, einen Herzinfarkt oder einen Schlaganfall zu erleiden.

Darum ist das Bauchfett so gefährlich
Grundsätzlich gilt: Je näher das Körperfett sich an den inneren Organen ablagert, desto gefährlicher ist es. Denn Fettgewebe ist nicht einfach nur ein passiver Energiespeicher. Vielmehr greifen bestimmte Fettzellen aktiv in den Stoffwechsel ein. Insbesondere das im Bauchraum liegende Fett produziert dabei Botenstoffe, die zum Beispiel einen höheren Blutdruck bewirken können oder den Insulinhaushalt durcheinander bringen – und somit das Risiko für einen Diabetes erhöhen. Mit dem Bauchfett steigt in der Regel außerdem der Fettgehalt im Blut: Arteriosklerose, Schlaganfall und Herzinfarkt werden wahrscheinlicher. 

Weil Fettgewebe im oder am Bauch ein sehr viel höheres Gesundheitsrisiko darstellt als die Depots an den Hüften, in den Schenkeln und am Gesäß, sprechen Ärzte auch vom Apfeltyp und vom Birnentyp. Beim Apfeltyp sitzt das Fett vor allem Bauch, beim Birnentyp verteilt es sich weiter unten. Dabei gilt: Der Birnentyp ist bei Frauen weiter verbreitet, der Apfeltyp wiederum bei Männern.

Um herauszufinden, inwiefern Bauchfett Ihre Gesundheit belastet, sollten Sie Ihren Bauchumfang regelmäßig messen. Die deutsche Adipositas-Gesellschaft empfiehlt dies bereits allen Menschen, die einen BMI von mehr als 25 haben. (Wie hoch Ihr BMI ist, können Sie mit unserem BMI-Rechner leicht ermitteln).

So messen sie Ihren Bauchumfang
Für eine möglichst aussagekräftige Messung Ihres Bauchumfangs sollten Sie sich morgens vor dem Frühstück vor den Spiegel stellen. Stehen Sie aufrecht, atmen Sie leicht aus und legen Sie das Maßband nun in Höhe Ihres Nabels um den Bauch.  

Nehmen Sie den so ermittelten Wert und teilen Sie ihn durch Ihre Körpergröße. Die so ermittelte Zahl ist Ihr WHtR. Bei einem Wert über 0,5 gilt, dass Sie aktiv werden sollten. Unternehmen Sie etwas gegen die Fettpölsterchen an Ihrem Bauch! Am besten geeignet dazu ist eine Kombination aus regelmäßiger körperlicher Bewegung, also Ausdauersportarten wie Joggen, Walken, Schwimmen, und einer bewussten Ernährung: Viel Obst und Gemüse, eiweißreiche Kost und insgesamt etwas weniger essen. Eine spezielle Bauch-weg-Diät gibt es jedoch nicht. Auch deswegen raten Wissenschaftler von Hungerdiäten ab. Denn es lässt sich nicht beeinflussen, auf welche Fettreserven der Körper dabei zuerst zurückgreift.

Jeder Zentimeter zählt
Übrigens: Schon wenige Zentimeter weniger beim Bauchfett haben einen deutlichen Effekt. Es lohnt sich also in jedem Fall, aktiv zu werden – auch wenn das Resultat rein äußerlich betrachtet minimal erscheint. Der Grund: Schon eine kleine Verringerung des Umfangs verändert das Verhältnis zwischen Fettgewebe und Organen im Bauchraum erheblich. Blutfettwerte normalisieren sich. Die störenden Einflüsse der Botenstoffe auf die Organe nehmen signifikant ab. 

Wertvolle Tipps für ein Sport- oder Bewegungsprogramm – zum Beispiel um gegen Ihr Bauchfett aktiv zu werden – finden Sie in unserer Rubrik „Fitness“.