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Akupunktur: Hilfe bei chronischen Rücken- und Knieschmerzen

Studien zeigen: In der Schmerztherapie, bei chronischen Rücken- und Knieschmerzen, kann die Akupunktur Vorteile haben. In diesem Fall gehört die fernöstliche Heilmethode zum Leistungsumfang der HEK.

Bei der Akupunktur werden dem Patienten spezielle Nadeln an bestimmten Körperpunkten gesetzt. Das Setzen der Nadeln soll „Blockaden“ im Körper lösen und so die Heilung von Erkrankungen unterstützen bzw. bewirken. Denn die Akupunktur – ein wesentlicher Bestandteil der mehr als 3000 Jahre alten Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) – geht davon aus, dass unser Körper von so genannten „Meridianen“ durchzogen ist. In diesen Meridianen soll die Lebensenergie „Qi“ fließen. Ist der Energiefluss jedoch gestört, sollen Erkrankungen entstehen können.

Nach Ansicht der TCM ist es aber möglich, den Fluss des „Qi“ durch Druck mit den Fingern oder Setzen der Nadeln zu beeinflussen – und so entsprechende Blockaden im Energiefluss aufzulösen. Besonders gut soll das an bestimmten Punkten möglich sein, die entlang der Meridiane liegen: den rund 400 Akupunktur-Punkten.

Rätsel für die wissenschaftliche Medizin
Derzeit gibt es allerdings keine wissenschaftlich anerkannte Erklärung dafür, wie die Akupunktur genau wirkt und was dabei im Körper vor sich geht. Denn die Lebensenergie Qi, die Meridiane und damit auch die Akupunkturpunkte lassen sich nur schwer in Einklang mit den Theorien und Modellen der westlich geprägten Medizin bringen.

Nutzen bei der Schmerztherapie
Dennoch konnten Studien belegen, dass die Akupunktur sehr wohl von Nutzen sein kann – und zwar für die Schmerztherapie. Das zeigte insbesondere die so genannte Gerac-Studie, die von der Ruhr-Universität Bochum gemeinsam mit den Universitäten Essen, Heidelberg, Marburg, Mainz und Regensburg sowie rund 500 niedergelassenen Ärzten durchgeführt wurde. Untersucht wurde dabei nicht die Wirkungsweise der Behandlung, sondern der Effekt. Und dieser war eindeutig messbar:

Bei chronischen Schmerzen im Knie durch Gonarthrose (vorzeitiger Verschleiß der knorpeligen Gelenkflächen des Kniegelenkes) und bei chronischen Schmerzen der Lendenwirbelsäule ist die Akupunktur der bisherigen Standardtherapie – zum Beispiel mit Schmerzmitteln – deutlich überlegen.

Darüber hinaus hat die HEK zusammen mit anderen Ersatzkassen ein Modellvorhaben durchgeführt. Hier wurde über fünf Jahre lang in breit angelegten Studien die Wirksamkeit der Akupunktur bei chronischen Knie- und Rückenschmerzen untersucht. Die Wissenschaftler der technischen Universität München, die das Modellvorhaben begleitet haben, kamen ebenfalls zu dem Schluss, dass die Akupunktur wirksam und der Standardtherapie überlegen ist.

In der Folge hat der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) die Akupunktur bei diesen speziellen Fällen in den Leistungskatalog der Krankenkassen aufzunehmen. Im G-BA entscheiden Vertreter von Ärzten, Zahnärzten, Krankenhäusern, Patienten und Krankenkassen gemeinsam darüber, was Kassenleistung werden kann und was nicht. Grundlage für diese Entscheidungen sind wissenschaftliche Studien. Erst wenn die Faktenlage eindeutig ist, kann eine Behandlungsmethode zur Kassenleistung werden.

Kostenübernahme durch die HEK
Sollten Sie also an chronischen Rücken- oder Knieschmerzen leiden und sich für eine Akupunktur-Behandlung entscheiden, übernimmt die HEK die Kosten. Voraussetzung dafür ist jedoch, dass ein Arzt die Behandlung durchführt, der über die notwendige Qualifikation verfügt und von der Kassenärztlichen Vereinigung entsprechend zugelassen ist. Dazu muss der Arzt sowohl die Zusatzbezeichnung „Akupunktur“ tragen, als auch entsprechende Kurse besucht haben. Ist das der Fall, kann die Leistung bequem über die Versichertenkarte abgerechnet werden. Eine Auflistung der entsprechenden Ärzte erhalten Sie über die Arztsuche der Kassenärztlichen Bundesvereinigung