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Matratzen: fit im Schlaf

Sieben bis acht Stunden verbringen wir täglich auf einer Matratze – und damit rund ein Drittel unserer Lebenszeit! Lesen Sie, welche Eigenschaften das Möbelstück haben sollte – für einen guten Schlaf und für die Gesundheit.

Wer ein Matratzengeschäft oder einen Bettenladen betritt, kann schnell von der Vielfalt der angebotenen Produkte überfordert werden. Da gibt es Taschenfederkerne und Naturlatexprodukte. Hinzu kommen Schaumstoffartikel und Futons. Und in der Regel stellen die Hersteller ihr Produkt so dar, als sei es das für Schlaf, Komfort und Gesundheit am besten geeignete.

Doch die für alle Menschen perfekte Matratze bzw. den für alle gleich gut geeigneten Matratzentyp gibt es nicht. Menschen sind – insbesondere in punkto Gewicht und Körpergröße – zu unterschiedlich. Dennoch gibt es einige allgemeine Punkte, auf die Sie bei der Wahl der Matratze achten sollten:

Punktelastizität und Ergonomie
Eine punktelastische Matratze gibt überall dort nach, wo sie belastet wird – und zwar ohne, dass sich die benachbarten Stellen in ihrer Form verändern. Mit einer hohen Punktelastizität ist gewährleistet, dass die Matratze den gesamten Körper möglichst gut stützt. Eine schlechte Punktelastizität kann zu Druckstellen führen und dem Rückgrat zu wenig Halt geben.

Die Matratze sollte außerdem eine möglichst ergonomische Schlafhaltung ermöglichen. Bei Seitenlage heißt das: Die Wirbelsäule sollte einen geraden Verlauf einnehmen – parallel zur Erdoberfläche. Damit dies möglich ist, muss die Schulter in der Matratze „versinken“, die Taille jedoch gestützt werden. Und liegt man auf dem Rücken oder dem Bauch, sollte die Matratze den Rücken so unterstützen, dass die Wirbelsäule die natürliche S-Form einnehmen kann – und nicht etwa in der Mitte durchhängt. De facto bedeutet das: Die optimale Matratze federt bzw. stützt den Körper in verschiedenen Zonen unterschiedlich stark. Genau dies ermöglichen moderne 7- oder 5-Zonen-Matratzen, die die Schultern, die Lenden und das Becken gesondert unterstützen.

Neben diesen Zonen und der ausreichenden Punkelastizität ist aber auch der allgemeine Härtegrad der Matratze entscheidend. Dabei gilt: Sowohl eine zu weiche, als auch eine zu harte Matratze führt zu einer ungleichmäßigen Belastung. Und was als „zu weich“ oder „zu hart“ gilt, hängt unter anderem von der Körpergröße und dem Gewicht ab. Im Zweifelsfall bedeutet das: geduldiges Probeliegen.

Gutes Mikroklima
In der Nacht gibt der Körper über die Haut Feuchtigkeit ab – manchmal bis zu einem Liter. Diese Feuchtigkeit darf sich nicht auf oder in der Matratze stauen. Andernfalls kann das nicht nur den Schlafkomfort beeinträchtigen, sondern auch zu Stock- und Schimmelbildung führen. Die Matratze muss daher mit feuchtigkeitstransportierenden und atmungsaktiven Materialien ausgestattet sein. Wichtig ist für das Mikroklima auch die Wahl der Matratzenhülle und des Steppmaterials. Für die Hülle eignen sich hochwertige Baumwolle, aber auch bestimmte synthetische Stoffe. Als Steppmaterial kommen unter anderem Schurwolle, Baumwolle, Rosshaar und Wildseide in Frage.

Immer schadstofffrei
Etwa ein Drittel unseres Lebens verbringen wir auf Matratzen – und zwar in sehr engem Kontakt. Aus diesem Grund sollte eine Matratze immer schadstofffrei sein. Achten Sie beim Kauf daher auf Gütesiegel wie den Blauen Engel.

Vor- und Nachteile der verschiedenen Matratzen-Typen
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Da sich die unterschiedlichen Matratzenarten in ihrer Zusammensetzung zum Teil erheblich unterscheiden, können nicht alle Varianten alle Erfordernisse gleich gut erfüllen. Stärken und Schwächen sind bauartbedingt. Umso wichtiger ist es, dass Sie sich beim Kauf ausgiebig Zeit nehmen fürs Probeliegen. Die wesentlichen Vor- und Nachteile der verschiedenen Typen finden Sie in folgender Tabelle:

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Matratzen-TypVorteileNachteile
FederkernmatratzenSehr gutes Mikroklima, weil sie über große Hohlräume verfügen. Die Feuchtigkeit kann dort gut zirkulieren und nach dem Schlaf wieder „abtrocknen“.
Moderne Federkernmatratzen (u.a. Taschenfederkernmatratzen) gibt es als Mehr-Zonen-Modelle, um den unterschiedlichen Gewichten der Körperteile und Einsinktiefen gerecht zu werden. In diesen Fällen meist gute Punktelastizität.
Herkömmliche Federkernmatratzen haben eine geringe Punktelastizität. (Anders Taschenfederkernmatratzen: bei diesem Typ sind die einzelnen Federn in Stofftaschen eingenäht, die sich individuell dem Körper anpassen und somit eine gute Punktelastizität ermöglichen.)
Wenig geeignet in Kombination mit verstellbaren Lattenrosten, da sich die Federn nicht so gut einer unebenen Unterlage anpassen.
Latexmatratzen

Sehr gute Punktelastizität, vor allem bei Naturlatex.
Sehr gute Anpassungsfähigkeit an Körperkonturen und verstellbare Lattenroste.

Als Mehr-Zonen-Modelle verfügbar.
Latexmatratzen sind wegen ihrer spezifischen Dichte teilweise sehr schwer und unhandlich.
Bei nicht perfekter Vulkanisation kann ein Eigengeruch auftreten.
Kaltschaumstoffmatratzen

Sehr gute Punktelastizität.
Sehr gute Anpassungsfähigkeit an Körperkonturen und verstellbare Lattenroste.

Als Mehr-Zonen-Modelle verfügbar.

Brandrisiko: Schaumstoffmatratzen können sich bei Temperaturen über 400 Grad selbst entzünden. Konventionellen Schaumstoffmatratzen fügt man daher feuerhemmende Stoffe zu. Diese Stoffe sind jedoch nach Ökotex Standard 100 nicht erlaubt. (Mögliche Lösung: schwer entflammbare Überzüge).

Wegen synthetischer Herstellung oft ein typischer „Chemie-Geruch“, der erst mit der Zeit verschwindet.
Viskoelastische Matratzen (Markenname: Tempur)Besteht aus speziellem Schaumstoff, der vorübergehend die Form des darauf liegenden Menschen annimmt, dadurch werden druckempfindliche Körperstellen besonders entlastet. Sehr gute Punktelastizität. Sehr gute Anpassungsfähigkeit an Körperkonturen und verstellbare Lattenroste.Der Gedächtnis-Effekt des Schaumstoffs, kann sich auch  nachteilig auswirken, beispielsweise bei Positionswechseln im Schlaf.
Vergleichsweise teuer; preiswertere Modelle haben oft eine eingeschränkte Feuchtigkeitsregulation
Naturmatratzen aus Rosshaar, Kokosfasern etc., häufig als FutonWeil nur Naturmaterialien zum Einsatz kommen, ist das Schadstoffrisiko gering.Geringe Punktelastizität. Außerdem kann es mit der Zeit zur „Kuhlenbildung“ kommen: Die Naturfasern werden eingedrückt und richten sich nicht wieder auf.
Schlechte Anpassung an verstellbare Lattenroste.

 

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