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Stress, der gut tut

Stress gilt gemeinhin als Krankmacher. Doch so genannter positiver Stress motiviert und treibt uns zu Höchstleistungen an.

Stress kann Kopfschmerzen, erhöhten Blutdruck, leichte Reizbarkeit sowie Konzentrationsmängel und Leistungsabfall bewirken. Doch das gilt nur für Stress, den wir als negativ empfinden. Und tatsächlich ist es möglich, negativen Stress in positiven umzuwandeln.

An manchen Tagen kommt alles zusammen: Die Kollegin ist krank und Sie müssen quasi nebenbei ihre Projekte und Kunden mitbetreuen. Außerdem wartet Ihr Chef auf eine detailreiche Ausarbeitung für einen wichtigen Termin am nächsten Morgen. Und dann klingelt ausgerechnet heute auch noch das Telefon am laufenden Band: Geschäftspartner und Kollegen aus anderen Abteilungen bestürmen Sie ausgerechnet heute mit wichtigen Anfragen und halten Sie zusätzlich auf.

Stress macht krank...
Solche Situationen hat jeder schon einmal selbst erlebt. Und das auffällige ist: Je nach Situation reagieren wir Menschen darauf komplett unterschiedlich: Manchmal ist uns einfach nur "zum Heulen": Wir können kaum klar denken. Und zur Terminnot gesellen sich auch noch Kopfschmerzen. Am Abend fühlen wir uns dann einfach nur schlapp und erledigt.

...oder spornt an
An anderen Tagen oder in einer anderen Situation wiederum scheint uns der Stress regelrecht zu beflügeln: All die Aufgaben bringen uns dazu, bei der Arbeit so richtig "aufzudrehen". Wir stehen förmlich unter Strom. Und das, wofür wir sonst einen ganzen Tag brauchen, erledigen wir in wenigen Stunden. Kleine, aber wichtige Aufgaben schaffen wir wie im Akkord weg. Bezeichnend ist dabei: Trotz der stressigen Ausnahmebedingungen fühlen wir uns am Abend nicht ausgelaugt, sondern blicken gut gelaunt auf einen ungewöhnlichen, aber gelungenen Arbeitstag zurück.

Stress ist also nicht gleich Stress - im Gegenteil: Mediziner und Psychologen sprechen ausdrücklich von negativem und von positivem Stress. Das (scheinbar) Paradoxe dabei: Sogar bei gleichen Situationen reagieren unterschiedliche Menschen komplett entgegengesetzt. Die einen treibt der Stress zu Höchstleistungen; hier wirkt er also positiv. Die anderen blockiert er regelrecht; der Stress wirkt negativ.

Diverse Studien belegen: Entscheidend dafür, ob Stress beflügelt oder blockiert, ist nicht die Beschaffenheit der jeweiligen Situation. Entscheidend dafür ist vor allem, wie die jeweilige Person mit der Situation umgeht bzw. umgehen kann: Erscheint die Situation ausweglos und fühlen wir uns überfordert, gewinnt die negative Seite Überhand. Können wir den Stress und seine Ursachen jedoch durch aktives und eigenständiges Handeln auflösen, empfinden wir das als positiv. Der Stress hilft dann, körperliche und geistige Kräfte zu mobilisieren und die schnellsten oder besten Lösungen zu finden.

Ob sich eine Stresssituation positiv oder negativ auswirkt, hängt also davon ab, ob wir Handlungsmöglichkeiten und Entscheidungsspielräume haben. Gerade im Berufsleben zeigt sich: Kollegen, die über gewisse Kompetenzen verfügen und Prioritäten selbst setzen (können), tun sich mit Stress meist leichter. Nutzen Sie also gezielt Weiterbildungen, um Ihre Kompetenzen zu erweitern!

Sehr wichtig ist zusätzlich die Tatsache, wie souverän wir in der Vergangenheit mit ähnlichen Belastungen umgehen konnten. Wer schon früher gute Lösungen gefunden hat, wenn es brenzlig wurde, der tut sich natürlich leichter. Wer jedoch schon öfters mit Stress nicht klargekommen ist, ist weniger belastbar.

Stärken Sie Ihre Stressresistenz
Das gute daran: Den positiven Umgang mit Stress kann man trainieren: Stellen Sie sich ganz bewusst Situationen, die Sie gut bewältigen können, aber bislang gemieden haben. Das kann zum Beispiel eine Präsentation vor einer größeren Gruppe sein oder ein Telefongespräch mit einem anspruchsvollen und kritischen Kunden. Das erhöht Ihre Stresstoleranz! Sie werden selbstbewusster und können auch schwierigere Probleme gelassen und sicher meistern.

Und wenn Sie sich nicht trauen, Ihre Stressresistenz im Beruf zu trainieren, dann tun Sie dies im privaten Umfeld: zum Beispiel durch ehrenamtliches Engagement. Denn egal ob Sportverein oder Nachbarschaftshilfe: Die Anforderungen sind vielfältig und Sie riskieren dabei wohl kaum Ihre Karriere.