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Die Stimme stärken

Am Telefon, bei Besprechungen oder bei Präsentationen: Im Berufsleben sind die meisten täglich auf ihre Stimme angewiesen. Bleibt sie weg oder ist sie geschwächt, fehlt ein wichtiges Werkzeug. Lesen Sie, wie Sie Ihre Stimme schonen und stärken können.

Bei Heiserkeit, einem Frosch im Hals oder einem kompletten Versagen der Stimme haben viele Berufstätige ein echtes Problem: Telefongespräche, Vorträge und die Kommunikation mit Kollegen sind dann nur noch schwer möglich – oder müssen komplett eingestellt werden. Führungskräfte bei einer Team-Besprechung sind dann genauso hilflos wie Lehrer vor ihren Schülern und Callcenter-Mitarbeiter.

Erkältungen und trockene Luft
Diese Probleme häufen sich jedoch insbesondere während der kalten Jahreszeit. Denn zum einen sorgen Erkältungen für Heiserkeit und den Frosch im Hals. Zum anderen ist die Luft in beheizten Räumen oft zu trocken, so dass auch die Stimmbänder regelrecht austrocknen können. Gerade wenn Husten, Schnupfen und Halsschmerzen sich auf die Stimme zu legen drohen, helfen folgende Tipps weiter:

  • Schonen Sie die Stimme
    Auch wenn es nicht immer leicht fällt: Sprechen Sie nur dann, wenn es wirklich erforderlich ist. Freunde und Verwandte werden Verständnis für Ihr Schweigen haben, wenn Sie kurz erklären, warum Sie sich nicht mehr unterhalten wollen. 
     
  • Kein Flüstern
    Viele denken, beim Flüstern würden sie ihre Stimme schonen, weil dabei die Stimmbänder keinen Ton erzeugen. Tatsächlich kommt nur ein kleiner Teil der Stimmbänder zum Einsatz. Der muss jedoch Schwerarbeit leisten. Die Belastung ist daher beim Flüstern mitunter sogar höher als beim leisen Reden. Sprechen Sie daher lieber ganz leise.
     
  • Kein Räuspern
    Instinktiv versuchen viele, mit Schleim belegte Stimmbänder durch Räuspern frei zu bekommen. Tatsächlich schadet das der Stimme mehr, als es ihr nutzt: Denn Räuspern führt meist zu winzigen Verletzungen an den Stimmlippen. Das bewirkt, dass der Körper noch mehr Schleim produziert. Schonender ist es für die Stimme, zu husten!
     
  • Kräutertees
    Generell sind auch Kehlkopf und Stimmlippen auf ausreichend Flüssigkeit angewiesen – vor allem, wenn wir uns in trockenen Räumen aufhalten. Vergessen Sie daher das Trinken nicht. Als wirksames Mittel gegen Heiserkeit hat sich insbesondere Salbei-Tee bewährt. Neben Tees ist auch Wasser gut geeignet. Alkohol wiederum schadet der Stimme.
     
  • Luft befeuchten
    Auch die trockene Luft beansprucht das Stimmorgan. Lüften Sie daher regelmäßig. Öffnen Sie dabei das Fenster vollständig, um für einen ausreichenden Luftaustausch und somit die richtige Luftfeuchtigkeit zu sorgen. Bei konkreten Problemen mit einer belegten Stimme sind auch Kräuterinhalationen oder ein Besuch im Dampfbad sinnvoll. In der feuchten Luft kann sich der Schleim leichter lösen, so dass die Stimme schneller wieder frei ist.

Zusätzlich gilt: Wer beruflich auf seine Stimme angewiesen ist und sich etwa bei Vorträgen Gehör verschaffen muss, sollte seine Stimmbänder vor dem Einsatz aufwärmen – vergleichbar mit dem Warmlaufen, bei dem Sportler vor dem Turnier ihre Muskeln lockern und auf Betriebstemperatur bringen. Für dieses Einstimmen empfehlen Stimmtrainer und Sprecherzieher unter anderem, ein langgezogenes „Hmmm“ zu summen. Das ganze soll in etwa so klingen, wie wenn wir genüsslich vor unserem Lieblingsgericht sitzen. Eine weitere Übung ist es, leise und schnell für sich einen Zungenbrecher zu sprechen, zum Beispiel „Fischers Fritze fischt frische Fische“. Empfehlenswert ist auch, einen imaginären Kaugummi zu kauen oder Grimassen zu schneiden und zeitgleich Summtöne zu produzieren.

Und selbstverständlich ist es wichtig, alles zu vermeiden, was der Stimme schadet: Dazu zählt neben lautem Brüllen vor allem das Rauchen.