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Coaching

Coaching ist längst Bestandteil der modernen Arbeitswelt geworden. Ziel dabei ist es, die Fähigkeiten, sich selbst zu managen, zu verbessern. Lesen Sie, was Coaching ist und was nicht – und wie Sie einen guten Coach erkennen.

In vielen Unternehmen gehört Coaching mittlerweile zur Normalität. Führungskräfte lassen sich coachen, um beispielsweise ihre Managementfähigkeiten zu verbessern – oder ihre Karriere gezielter zu planen. Und auch bei Stichworten wie Work-Life-Balance und Vereinbarkeit von Beruf und Familie fällt der Begriff häufig. Was also ist „Coaching“ genau – und wie erkennt man einen guten Coach?

Seriöse Coachs machen sich selbst überflüssig
Grundsätzlich gilt: Weder der Begriff „Coaching“ noch die Berufsbezeichnung „Coach“ ist geschützt. Jeder kann sich also als Coach bezeichnen oder ein bestimmtes Angebot mit dem Titel Coaching versehen. Seriöses Coaching zeichnet sich aber immer dadurch aus, dass es zum Ziel hat, Selbstmanagementfähigkeiten zu verbessern. Wer gecoacht wird, lernt zum Beispiel, seine Arbeitszeit effektiver zu nutzen bzw. zu organisieren, Entscheidungsprozesse zu optimieren oder selbstsicherer gegenüber Geschäftspartnern aufzutreten. Auch Menschen, die mit ihrer jetzigen beruflichen Situation unzufrieden sind, aber nicht wissen, wie sie sich beruflich verändern sollen oder können, nehmen häufig ein Coaching in Anspruch.

Wer sich coachen lässt, will lernen, mit bestimmten Situationen eigenverantwortlicher und souveräner umzugehen. Letztlich bedeutet das aber auch: Der Coach muss darauf hinarbeiten, sich selbst überflüssig zu machen. Coaching hat somit immer ein klares Ziel und muss daher zeitlich befristet sein.

Coaching ist zudem kein einseitiger Prozess. Denn damit der Klient seine Selbstmanagementfähigkeiten verbessern kann, darf der Coach nie aktiv ins Geschehen eingreifen. Er übernimmt lediglich eine Art Beraterfunktion und zeigt dem Gecoachten Wege auf, wie er Aufgaben selber effektiv bzw. effektiver lösen kann. Der Klient ist also gefordert, aktiv mitzuwirken und zu gestalten. Bildlich gesprochen werfen sich Coach und Klient gegenseitig die Bälle zu.

Verantwortungsvolle Beziehung
Der Klient trägt somit genauso zum Erfolg des Coaching-Prozesses bei wie der Coach. Das ist nur möglich, wenn der Klient dem Coach vertraut – und ihm gegenüber offen ist. Ein Coaching kann daher nur funktionieren, wenn es freiwillig stattfindet.  

Wie ein Coaching im Detail abläuft, hängt einerseits vom Anlass und vom Ziel ab. Zum anderen bestimmt auch der Verlauf des Prozesses selbst, also die Art und Weise, wie sich Coach und Klient gegenseitig die Bälle zuspielen, die Coaching-Instrumente. Eine allgemeine Definition des Coachings muss daher immer abstrakt und somit entsprechend schwammig bleiben.  

Hilfreich ist daher auch, zu wissen, was Coaching nicht ist:

  • Keine Therapie
    Coaching wendet sich ausschließlich an „gesunde“ Personen. Thema des Coachings sind Probleme, die aus der Berufsrolle heraus entstehen. Psychische Erkrankungen und Abhängigkeitserkrankungen gehören immer in das Aufgabenfeld entsprechend ausgebildeter Therapeuten, Ärzte und medizinischer Einrichtungen.
     
  • Keine fachliche Beratung
    Zwar ergibt es sich während eines Coachings häufig, dass der Klient mit dem Coach nicht nur über berufsbezogene Probleme redet, sondern auch hin und wieder um einen Ratschlag oder eine persönliche Meinung bittet. Von einem Coach sollte man jedoch nie eine Fachberatung erwarten, wie sie ein Unternehmensberater (IT-Berater, Rechtsanwalt etc.) leistet.
     
  • Kein Training, zumindest nicht nur
    Beim Training geht es darum, bestimmte Verhaltensweisen und Ablaufmuster einzuüben, zum Beispiel für ein Verkaufsgespräch oder die angemessene Reaktion bei Konflikten. Offenbaren sich während eines Coaching-Prozesses bestimmte Verhaltensdefizite, kann ein bestimmtes Training Bestandteil des Coachings werden. Coaching ist jedoch immer mehr als „nur“ ein Training.

    Kriterien für die Auswahl eines Coaches
    Angesichts der Fülle der unterschiedlichen Anbieter ist es nicht einfach, den passenden Coach zu finden. Grundsätzlich lässt sich jedoch sagen: Den einzig guten Coach mit der Methode, die alle Probleme löst, gibt es nicht. Denn ob ein bestimmtes Coaching funktioniert, hängt maßgeblich von der Ausgangssituation und dem gewünschten Ziel ab.

    Achten Sie bei der Auswahl eines Coachs auf folgende Punkte.

    • Angebote einholen
      Formulieren Sie Ausgangssituation und Erwartungen. Vergleichen Sie mehrere Personen und Angebote. Lassen Sie sich die Vorgehensweise des Coachs erläutern. Fordern Sie schriftliche Konzepte und Angebote und analysieren Sie diese wie bei einer Bewerbung.
       
    • Auf Spezialisierung achten
      Gute Coachs sind häufig auf bestimmte Anforderungen spezialisiert. Achten Sie auf entsprechende Erfahrungen oder Referenzen. Und engagieren Sie niemanden, der behauptet, alle Probleme lösen zu können.
       
    • Qualifikation des Coaches
      In der Regel sollte der Coach über psychologische und betriebswirtschaftliche Kenntnisse sowie praktische Erfahrungen bezüglich Ihres Anliegens verfügen. 
       
    • (Kostenloses) Vorgespräch
      Bitten Sie um ein Vorgespräch. Wenn das nicht kostenlos ist, sollten Sie es zumindest auf das Coaching anrechnen können.
       
    • Diskretion ist selbstverständlich
      Der Coach darf bestimmte Referenzen nur nennen, wenn die betreffenden Klienten damit einverstanden sind. Fragen Sie gegebenenfalls nach.
       
    • Vertrauen Sie Ihrem Gefühl
      Um sich gegenseitig die Bälle zuspielen zu können, müssen Sie sich sympathisch sein. 
       
    • Fragen Sie nach dem Supervisor
      Alle professionellen Coachs haben einen Supervisor, um problematische Fälle aufzuarbeiten. Fragen Sie nach, ob sich Ihr Coach regelmäßig supervidieren lässt.
       
    • Klarer Zeitrahmen
      Wenn man Ihnen zu einem unbefristeten Coaching oder einem Coaching ohne klaren Endzeitpunkt rät, sollten Sie misstrauisch werden. Ein Coaching dauert meist sechs bis neun Monate. Nur in Ausnahmefällen ist eine längere Dauer sinnvoll.