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Stresskompetenz stärken

Termin- und Leistungsdruck sind zum festen Bestandteil unserer Arbeitswelt geworden. Umso wichtiger ist es, mit dem Stress richtig umgehen zu können.

Verschiedene Menschen kommen mit stressigen Situationen ganz unterschiedlich zurecht. Während manche ihre Aufgaben mit beneidenswerter Energie bewältigen, wenn im Büro ein Termin den anderen hetzt und dazu noch private Verpflichtungen kommen, fühlen sich andere in vergleichbarer Lage schlicht überfordert. Bestimmte Situationen oder Reize verursachen bei den einen Stress, bei den anderen jedoch nicht.

Stress entsteht (erst) im Menschen
Dieses Phänomen lässt sich nur dadurch erklären, dass es nicht unmittelbar die Situationen bzw. Reize sind, die eine Stressreaktion auslösen. Ein chaotischer Tagesablauf oder die Hektik in der Vorweihnachtszeit führen nicht automatisch zu Stress. Vielmehr ist die Art und Weise, wie wir mit bestimmten Situationen und Reizen umgehen, dafür verantwortlich, ob Stress entsteht oder nicht.

Ein wichtiges Stichwort in diesem Zusammenhang ist die Stresskompetenz. Menschen mit hoher Stresskompetenz lassen sich auch in schwierigen Situationen oder bei einer großen Anzahl unterschiedlicher Reize nicht so schnell aus der Ruhe bringen. Sie haben es gelernt, mit belastenden Situationen so umzugehen, dass Stress gar nicht erst aufkommt. So können diese Personen nicht nur ihre Arbeit ruhiger und damit souveräner erledigen, sondern auch entspannter in den Feierabend gehen und eine mögliche Doppelbelastung aus Familie und Beruf leichter verkraften.

Mit den folgenden Maßnahmen können Sie die eigene Stresskompetenz erhöhen:

  • Denken Sie positiv
    Wer in eine anspruchsvolle Situation mit einer negativen Erwartungshaltung hineingeht, ist nicht nur unsicher und nervös, sondern verkrampft häufig. Darunter leidet möglicherweise nicht nur Ihre Arbeit. In jedem Fall setzen Sie sich so unbewusst selbst unter Stress.
    Daher gilt – auch wenn es nicht immer leicht fällt: Denken Sie positiv. Vergegenwärtigen Sie sich dazu Ihre Stärken und was Sie bereits erreicht haben.
     
  • Hinterfragen Sie Perfektionismus
    Manche Menschen setzen die Ansprüche an sich selbst so hoch, dass sie zwangsläufig daran scheitern müssen. Gestehen Sie sich daher zu, nicht immer und in jeder Situation perfekt sein bzw. perfekte Arbeitsergebnisse liefern zu müssen. Oft in hektischen Zeiten ist eine „nur“ gute Lösung oft viel sinnvoller – weil dafür meist deutlich weniger Zeit nötig ist. Schließlich ist nichts gewonnen, wenn Sie eine Sache perfekt erledigen, mit den anderen Dingen dadurch jedoch in Zeitverzug geraten.
     
  • Lernen Sie, nein zu sagen
    Wenn Ihnen Aufgaben und Anforderungen über den Kopf wachsen, haben Sie sich möglicherweise zu viel vorgenommen – oder aufladen lassen. Sagen Sie daher auch einmal „Nein!“. Üben Sie dies sinnvollerweise zunächst im Freundeskreis. Freunde werden Verständnis haben, wenn Sie einmal einen Kino- oder Kneipenabend mit der Begründung ausschlagen, dass Sie es zeitlich nicht schaffen. Im zweiten Schritt können Sie dies dann auch bei kleineren Aufgaben im Haushalt oder Beruf tun. Wichtig dabei: Erklären Sie, dass insbesondere die erwartete Frist zu knapp bemessen ist, in der Sie die Aufgabe erledigen sollen. Andernfalls könnte der Eindruck entstehen, dass Sie sich um eine bestimmte Tätigkeit drücken wollen.
     
  • Sprechen Sie Konflikte an
    Ungelöste Konflikte belasten uns unbewusst. Versuchen Sie daher, Konflikte möglichst immer so schnell wie möglich aus der Welt zu schaffen. Auch wenn es zunächst Überwindung kostet: Suchen Sie eine offene Aussprache, aber bleiben Sie sachlich. 
     
  • Stärken Sie Ihre Ressourcen – durch Kurse und Weiterbildung
    Fertigkeiten, mit denen sich „stressige“ Situationen bzw. Reize so verarbeiten lassen, dass Stress erst gar nicht entsteht, bezeichnen Psychologen als Ressourcen. Dazu können zum Beispiel Kenntnisse in Rhetorik und Gesprächsführung zählen, wenn man schwierige Gespräche zu bewältigen hat oder Vorträge halten muss. Das kann aber auch eine Vertiefung der PC-Kenntnisse sein, wenn man bei der täglichen Arbeit mit dem Computer manchmal unsicher ist. Prüfen Sie daher, mit welchen Fertigkeiten sie bestimmte Situationen souveräner meistern könnten – und belegen Sie entsprechende Kurse.

Damit Sie eine berufliche Belastung nicht in den Feierabend mit hinein nehmen, ist es hilfreich, von Stress auf Entspannung umschalten zu können. Das kann man lernen: mit Entspannungstechniken wie Yoga, Tai Chi oder Autogenem Training. Bei entsprechenden qualitätsgesicherten Präventionsmaßnahmen beteiligt sich die HEK an den Kosten.

Übrigens: Auch diese Entspannungstechniken zählen aus psychologischer Sicht zu den Ressourcen.