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Nach Möglichkeit sollte man versuchen, jeden ausgeschlagenen Zahn zu retten. Denn das Original – auch in verletztem Zustand – ist besser als ein künstlicher Ersatz. Besonders wichtig ist die Zahnrettung jedoch bei Kindern und Jugendlichen. Denn während der Wachstumsphase sind Zahnersatzbehandlungen wie Implantate oder Brücken kaum möglich. Es droht daher eine Zahnlücke, die häufig über Jahre bestehen bleibt. Das wiederum stört nicht nur das Aussehen – auch die Ausformung des Kiefers und die Sprachentwicklung kann beeinträchtigt werden.
Ausgeschlagene Zähne können grundsätzlich wieder eingepflanzt werden. Das funktioniert aber nur unter bestimmten Voraussetzungen. Denn auch der Zahn ist keine tote Materie, sondern ein Körperteil. Ohne die richtige Umgebung hat er nur eine begrenzte Überlebenszeit. Trocknet der ausgeschlagene Zahn aus, ist es zu spät. Besonders vorsichtig sollte man mit der Wurzeloberfläche umgehen: Sie darf weder berührt noch desinfiziert werden.
Ausgeschlagene Zähne nie austrocknen lassen
Ideal ist eine so genannte Zahnrettungsbox, in der die Zellen im Zahnhaltegewebe des Zahns 24 bis 48 Stunden bei Zimmertemperatur überleben können. Solche Boxen bekommt man in der Apotheke. Alternativ ist es möglich, den Zahn in H-Milch einzulegen, in Plastikfolie einzuwickeln oder vom Arzt oder Apotheker in eine Kochsalzlösung geben zu lassen. Zur Not kann man den Zahn auch in die Lücke zurückstecken und dann für den Transport mit den Fingern fixieren. Die sensible Wurzelseite sollte dabei so wenig wie möglich mit dem Speichel in Berührung kommen. Denn nicht geeignet als Rettungs-Umgebung sind der Speichel und gewöhnliches Wasser.
Je schneller der Zahn wieder eingepflanzt wird, desto größer sind die Chancen, dass er dauerhaft gerettet werden kann. Man sollte also umgehend zum Zahnarzt gehen.
Aufmerksame Nachsorge
Ist der verlorene Zahn wieder angewachsen, muss man in den kommenden Monaten auf ihn besonders acht geben. Denn wie bei einem Knochenbruch braucht es Zeit, bis die Zellen wieder zusammenwachsen und der Zahn wieder voll belastbar ist. Ein hartes Stück Brot, bei dem man kräftig zubeißen muss, und auch ein leichter Sturz kann zum erneuten Verlust führen.
Natürlich sind nach einem Zahnunfall auch regelmäßige Kontrolluntersuchungen wichtig. Denn manche Schäden oder Komplikationen treten häufig erst verzögert auf. Auch auf eine sorgfältige Zahn- und Mundhygiene muss man achten. Denn nach einem Unfall können leicht Entzündungen am Zahnfleisch entstehen, die in die Tiefe vordringen und den Erhalt des soeben geretteten Zahnes bedrohen.