Kinderuntersuchungen U1 - U9
Ist Ihr Nachwuchs zur Welt gekommen, gilt es sofort und in der Zeit danach sicherzustellen, dass alles in Ordnung ist.
Insgesamt gibt es zehn umfassende Untersuchungen, bei denen Ärzte prüfen, ob die körperliche und geistige Entwicklung gut verläuft. Denn erkennt und behandelt man Auffälligkeiten rechtzeitig, verläuft die weitere Entwicklung in der Regel optimal. Die Vorsorgeuntersuchungen schaffen hierbei Klarheit, unterstützen die Eltern aber auch bei ganz praktischen Fragen zum Stillen oder Baden. Allein in den ersten Monaten des Neugeborenen stehen vier Vorsorgeuntersuchungen (U1 - U4) auf dem Programm:
U1: nach der Geburt
Gleich nach der Geburt untersucht der Arzt oder die Hebamme das Neugeborene auf sichtbare Fehlbildungen. Außerdem wird das Baby gewogen und gemessen. Es wird geprüft, ob alle lebenswichtigen Funktionen wie Atmung und Herz-Kreislaufsystem in Ordnung sind. Bei lebensbedrohlichen Zuständen wird sofort die nötige Behandlung eingeleitet. Zur Vorbeugung innerer Blutungen erhält das Baby Vitamin K-Tropfen. Bis zum dritten Tag wird eine wichtige Blutuntersuchung auf Stoffwechselerkrankungen durchgeführt.
U2: nach drei bis zehn Tagen
Diese Untersuchung ist sowohl ein umfassender Check-Up für das Neugeborene sowie ein "Beratungsgespräch" für die Eltern. Sie findet zwischen dem dritten und dem zehnten Lebenstag meist noch in der Geburtsklinik statt. Von großer Bedeutung sind Stoffwechseltests, die klären, ob die Schilddrüse richtig arbeitet, ob Eiweiß- oder Zuckerstoffwechselstörungen vorliegen. Der Arzt untersucht ebenfalls die Organe, die Körpermaße, das Skelettsystem, die Sinnesorgane und die Motorik. Im Gespräch mit dem Arzt erfahren die Eltern etwas über die Zahnhärtung, über Ernährung, die Vorbeugung von Allergien, das Stillen sowie über Vorbeugung gegen den so genannten plötzlichen Kindstod.
U3: vierte bis sechste Lebenswoche
Zwischen der vierten und sechsten Lebenswoche bringen die Eltern ihr Kind zum Kinderarzt. Er misst und wiegt das Baby. Stimmt der Wachstumsverlauf? Hört und sieht das Baby gut? Stimmen Herzfrequenz und Reflexe? Fällt beim Abtasten der Organe etwas auf? Kann das Kind in Bauchlage den Kopf kurz heben? Außerdem fragt der Arzt nach, ob beim Schreien etwas auffällt und ob es beim Trinken und Schlucken Schwierigkeiten gibt. Zusätzlich erhalten die Eltern Informationen über das Impfprogramm, die Ernährung sowie über die Vermeidung von Unfällen.
U4: dritter bis vierter Lebensmonat
Der Arzt untersucht, wie sich das Kind körperlich und geistig entwickelt hat: Lächelt es zurück? Hält es Blickkontakt? Verfolgt es Gegenstände mit den Augen? Der Arzt erkundigt sich, wie das Kind trinkt, ob es die Hände zusammen führen und zur Faust ballen kann. Bei diesem Termin beginnen außerdem die Impfungen - unter anderem gegen Diphterie, Tetanus, Keuchhusten und Kinderlähmung.
Grundsätzlich hat der Kinderarzt bzw. die Kinderärztin bei diesen Untersuchungen nicht nur die Gesundheit des Säuglings im Blick, sondern steht den Eltern auch als Ratgeber zur Seite und kann dazu beitragen, Unsicherheiten zu beseitigen. Denn was früher in der Großfamilie von klein auf selbstverständlich war, ist heutzutage für viele Eltern, die zum ersten Mal Nachwuchs erwarten, eine Premiere: der Umgang mit einem Säugling.
U5 - U9: Vorsorge in den ersten Jahren
Wächst der Säugling zu einem Kind heran, finden die HEK-Früherkennungsuntersuchungen nicht mehr ganz so häufig statt wie unmittelbar nach der Geburt. Dennoch sind sie genauso wichtig. Denn das Kind macht immer noch enorme Entwicklungsschritte. Da ist es gut zu wissen, ob die körperliche und geistige Entwicklung so verläuft, wie sie sollte.
Auch im Alter von sechs Monaten bis zur Einschulung ist es wichtig, die kindliche Entwicklung im Auge zu behalten. Genau dies geschieht bei den Untersuchungen U5 bis U9. Die Ärztin oder der Arzt hat dabei auch die Entwicklung der Bewegungs- und Sprachfähigkeit im Auge. Und sollten bei einer dieser U-Untersuchungen mögliche Störungen und Fehlentwicklungen zu Tage treten, ist das noch kein Grund zur Panik: Denn auch in diesen Lebensjahren kann man noch sehr gut gegensteuern.
- U5: nach einem halben Jahr (6. bis 7. Monat)
Zu Beginn des zweiten Lebenshalbjahres achtet der Arzt vor allem auf die Bewegungsfähigkeit, die Geschicklichkeit und die körperliche Entwicklung. Kann das Kind sich in Bauchlage mit beiden Händen aufstützen und den Kopf oben halten? Nimmt es Blickkontakte auf und reagiert es auf Zurufe der Eltern? Der Arzt klärt über typische altersbedingte Unfall- und Verletzungsrisiken auf. Außerdem kommen in diesem Alter die Zähne. Daher gibt der Arzt auch Hinweise zu Mundhygiene, Ernährung und Zahnpflege.
- U6: fast ein Jahr (10. bis 12. Monat)
Zwischen dem zehnten und zwölften Monat geht es vor allem um die motorische Entwicklung sowie das Seh- und Hörvermögen. Wie krabbelt und rutscht das Kind? Kann es mit dem Zeigefinger greifen? Wie entwickelt sich das Sprechvermögen? Außerdem sind jetzt Impfungen gegen Masern, Mumps, Röteln und Windpocken wichtig.
- U7: gegen Ende des zweiten Lebensjahres (21. bis 24. Monat)
Der Arzt testet feinmotorische Fähigkeiten mit einem Steckspiel. Reagiert das Kind auf Aufforderungen und kann es einfache Gegenstände benennen? Hat es einen Wortschatz von 20 bis 50 Wörtern? Außerdem sollte das Kind sicher laufen, sich bücken und wieder aufrichten können. Außerdem werden Haut, Organe, Skelett und Impfstatus geprüft.
- U7a: vor dem dritten Geburtstag (34. bis 36. Monat)
Der Arzt achtet auf eventuelle Seh- und Sprachfehler sowie auf mögliche Allergien, Übergewicht und die Zahn-, Mund- und Kiefergesundheit.
- U8: vor dem vierten Geburtstag (43. bis 48. Monat)
Der Arzt überprüft körperliche und psychologische Aspekte, unter anderem die motorische und sprachliche Entwicklung. Er fragt nach Konzentrationsproblemen, Schwierigkeiten mit anderen Kindern, Problemen mit nächtlichem Einnässen oder anderen Auffälligkeiten. Außerdem: Blutdruckmessung, Check des Kiefers und der Zähne.
- U9: nach dem fünften Geburtstag (60. bis 64. Monat)
Der Arzt achtet besonders auf die Sehkraft, das Gehör, die Feinabstimmung der Bewegungen, Größe, Gewicht und die Fortentwicklung der Sprache. Wie ausdauernd kann das Kind spielen? Wie steht es um das Sozialverhalten? Kann es sich selbstständig an- und ausziehen? Stimmen Darm- und Blasenkontrolle? Blut- und Urinuntersuchung.
All diese Untersuchungen gehören selbstverständlich zum Leistungsumfang der HEK. Und selbstverständlich steht die Ärztin bzw. der Arzt bei diesen Terminen ebenfalls als Ratgeber zur Seite.