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Frostschutz: süßes Gift

Der Umgang mit Frostschutz ist für Autofahrer bei Eiseskälte alltäglich. Doch was für klare Sicht sorgt, birgt auch Vergiftungsrisiken – insbesondere für Kinder. Lesen Sie, wie Sie mit den Mitteln auf der sicheren Seite sind.

Um im Winter stets Sicherheit während der Fahrt garantieren zu können, müssen Autofahrer für möglichst gute Sichtverhältnisse sorgen. Dazu sind Frostschutzmittel unerlässlich. Denn nur mit Hilfe der frostsicheren Flüssigkeit ist es möglich, auch bei Temperaturen unter Null, ständigem Schneefall und matschig-nassen Straßen das reibungslose Funktionieren der Scheibenwaschanlage zu garantieren.

Gerade weil das regelmäßige Nachfüllen der Wischanlage mit Frostschutzmitteln derzeit zum Alltag aller Autofahrer gehört, kommt es immer wieder vor, dass Flaschen und Kanister mit diesen Flüssigkeiten nicht nur im Wagen griffbereit liegen, sondern auch in Garagen, Gartenschuppen, Carports und Wohnungen.

Gefahr für Kinder: süß und dabei sehr schädlich
Doch so praktisch ein schneller Zugriff ist: Damit ist eine mögliche Gefahr verbunden – insbesondere für Kinder. Schließlich enthalten die frostsicheren Flüssigkeiten bis zu 100 Prozent Ethylenglykol. Und diese Chemikalie schmeckt zwar leicht süßlich, ist aber sehr giftig. Schon ein einziger Schluck kann zu Organschäden und lebensbedrohlichen Vergiftungen führen. Wegen des süßlichen Geschmacks ist das Vergiftungsrisiko gerade für Kinder, aber auch für Tiere, besonders groß. Bei Durst können sie das Frostschutzmittel leicht mit gesüßten Getränken verwechseln. Möglicherweise bemerken sie den Irrtum erst, wenn sie bereits einige Schlucke von der Substanz getrunken haben.  

So verhindern Sie, dass Frostschutzmittel versehentlich getrunken werden:

  • Unerreichbar für Kinder (und Tiere)
    Bewahren Sie Frostschutzmittel und Enteiser – wie alle anderen gesundheitsschädlichen Chemikalien – immer für Kinder unzugänglich auf. Das heißt: in einem verschlossenen Schrank, bei dem der (abgezogene) Schlüssel ebenfalls unerreichbar ist, oder in einem Schrank, der so hoch angebracht ist, dass Kinder ihn nicht erreichen können.
    Im Auto gilt: Frostschutzmittel gehören immer in den Kofferraum und niemals auf die Rückbank oder unter den Sitz. 
     
  • Verschlüsse mit Kindersicherung
    Wählen Sie schon beim Kauf nach Möglichkeit nur Frostschutzmittel, die mit einem kindersicheren Verschluss versehen sind.
     
  • Achten Sie auf Bitterstoffe
    Viele Hersteller versehen Frostschutzmittel und Enteiser mit Bitterstoffen, zum Beispiel Bitrex. Achten Sie beim Kauf auf entsprechende Hinweise auf der Verpackung. Wenn die Substanzen mit solchen Bitterstoffen versehen sind, sorgt der extrem bittere Geschmacks dafür, dass Kinder in der Regel die giftige Substanz schon beim ersten Kontakt wieder ausspucken. Auch damit können Sie das Vergiftungsrisiko auf ein Minimum reduzieren.
     
  • Niemals: Umfüllen in Getränkeflaschen
    Wer Chemikalien in Limonaden- und Wasserflaschen oder andere für Lebensmittel und Getränke vorgesehene Behälter umfüllt, handelt extrem leichtsinnig und fahrlässig. Selbst wenn Sie ein deutliches Warnzeichen anbringen, ist die Verwechslungsgefahr in einem Moment der Unaufmerksamkeit sehr groß. Und zwar nicht nur für Kinder, sondern auch für Erwachsene. Immer wieder kommt es aufgrund solch leichtsinnigen Verhaltens zu schweren Arbeitsunfällen und Vergiftungen! Benutzen Sie daher für Frostschutzmittel, Enteiser und alle anderen flüssigen Chemikalien jederzeit nur die dafür vorgesehenen Behälter.

Sollte es trotz dieser Schutzmaßnahmen zu einer Vergiftung kommen, müssen Sie schnell handeln: Rufen Sie den Notarzt (Notruf 112). Gegebenfalls verbindet man Sie dort auch mit der für Ihre Region zuständigen Giftinformationszentrale.