Ernährungsmärchen: Spinat enthält viel Eisen

Viele Menschen haben während ihrer Kindheit Spinat zu hassen gelernt: Das pürierte Gemüse kam regelmäßig auf den Tisch - und musste brav ausgelöffelt werden. Denn, davon waren unsere Eltern überzeugt, Spinat enthalte zehnmal so viel Eisen wie anderes Gemüse und sei daher für das kindliche Wachstum besonders wertvoll. Doch die Begründung, mit der Spinat einer ganzen Generationen verleidet wurde, beruht auf einem Rechenfehler. 

Natürlich enthält auch Spinat Eisen. Und zwar 3-4 Milligramm Eisen pro 100 Gramm frischem Spinat. Das ist kein schlechter Wert, aber auch nicht sensationell viel. Manche Lebensmittel schneiden deutlich besser ab: So enthalten Erbsen 5, Sojabohnen 8-9 und Schweineleber 22 Milligramm Eisen pro 100 Gramm. 

Getrocknete Ware: Viel höhere Eisenkonzentration 

Trotzdem hält sich bis heute die Legende, Spinat sei der Eisenlieferant schlechthin. Grund für diese Mär ist ein schlichter Rechen- bzw. Denkfehler: Denn als vor über hundert Jahren der Basler Forscher Gustav von Bunge den Spinat wissenschaftlich untersuchte, stellte er fest: Das Gemüse enthält rund 35 Milligramm Eisen pro 100 Gramm. Allerdings nahm der Wissenschaftler dabei getrockneten, pulverisierten Spinat unter die Lupe - und nicht frisches Gemüse. Frischer- oder Tiefkühl-Spinat besteht aber zu rund 90 Prozent aus Wasser. Da ist es logisch, dass der Eisengehalt um eine ganze Kommastelle niedriger sein muss. 

Der Wert, den der Basler Wissenschaftler korrekt ermittelte, wurde aus dem Zusammenhang gerissen, falsch zitiert und immer wieder abgeschrieben. So kam es dazu, dass ganze Elterngenerationen in der Gewissheit lebten, ihren Kindern möglichst häufig Spinat aufzutischen, damit es auch ja nicht zu einem Eisenmangel komme. 

Plädoyer für den Blubb 

Eine gute Wahl für eine ausgewogene Ernährung ist Spinat aber trotz des Denk- und Rechenfehlers: Das Gemüse liefert nämlich auch Magnesium, Kalium, verschiedene B-Vitamine und viel Vitamin C. Diese Substanzen benötigt der Körper mindestens genauso dringend wie das Spurenelement Eisen. Richtig wertvoll wird Spinat sogar, wenn man ihm noch einen Schuss Milch oder Sahne beigibt. Denn Spinat hat einen relativ hohen Anteil an Oxalsäure. Diese Säure reagiert mit Kalzium und kristallisiert dann aus. Geschieht das erst in der Blutbahn, muss der Körper diese schädlichen Stoffe über die Niere ausscheiden. Dadurch wird das sensible Organ unnötig belastet. Wird der Spinat jedoch vor dem Essen mit kalziumhaltigen Lebensmitteln - und das sind vor allem Milchprodukte - vermischt, vollzieht sich diese Reaktion bereits im Kochtopf oder auf dem Teller. Die Oxalsäure ist dann schon kristallisiert und wird vom Darm gar nicht erst aufgenommen. 

Wer den zum unkenntlichen Brei verrührten Blubb-Spinat beim besten Willen nicht essen mag, weil die Eltern einen damit in der Kindheit gequält haben, der braucht trotzdem nicht auf den gesunden Spinat zu verzichten. Versuchen Sie es zur Abwechslung mit einer Pizza Spinaci - oder mit einem indischen Rezept: In beiden Fällen kommt der Spinat in ganzen Blättern auf den Tisch, wird aber typischerweise mit kalziumhaltigem Käse vermengt. 

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